Musikerportrait: Viola Metz

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Viola Metz lebt als freischaffende Musikerin und Pädagogin in Köln. Wie sind Sie zur Musik und nach Köln gekommen?

V.M.: Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der man die Musik sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen hat, jeder bei uns hat ein Musikinstrument erlernt.

Welches sind denn Ihre Instrumente?

V.M.: Meine Instrumente sind das Klavier, die Orgel und, soweit man die menschliche Stimme als Instrument bezeichnen möchte, der Gesang.

Hatten Sie denn bei 3 Instrumenten als Kind noch Zeit für Anderes?

V.M.: Das fragen Sie eine Musikerin? ;-)

Wieso nicht?

V.M.: Weil ich nie die Musik als Stress empfunden habe, sondern als Hobby, wunderschöne Herausforderung und wichtigen Lebensinhalt.

Haben Sie deshalb auch die Musik zum Beruf gemacht?

V.M.: Ja, unter anderem auch deshalb. Aber auch, weil ich die Wahl zwischen Musik und Medizin hatte, die Musik mir jedoch zu wertvoll war um sie “nur” als Hobby nebenher auszuüben. Und Musik hielt ich für familienfreundlicher als Medizin.

Ist es das denn?

V.M.: Musik kann man immer in seinen Alltag integrieren – und wie in meinem Fall, sein Leben “darum-herum” gestalten. Bei einem festgelegten, nach Stunden eingeteilten Job (mit Einspringerdiensten bei erkrankten Kollegen, wie in der Medizin beispielsweise üblich) ist dies nicht so gut möglich.

Und so haben Sie sich für die freischaffende Tätigkeit in Köln entschieden?

V.M.: Ja, auch deswegen.

“Auch” bedeutet, es gab noch mehr Gründe?

V.M.: Ja!

Sie spannen uns auf die Folter!

V.M.: Nach achteinhalb Jahren Arbeit an einer Musikschule im Raum Dresden, zunächst neben dem Gesangsstudium, die letzten dreieinhalb Jahre dann in einer festen Anstellung, bekam ich die Chance zu einer neuen Herausforderung.

Wie bot sich denn diese Chance?

V.M.: Die Anfrage einer Kirchengemeinde in Puhlheim (bei Köln) nach einer Organistin, die in der Lage ist Gottesdienste zu begleiten und aktiv das Musikleben der Gemeinde weiter zu entwickeln. Sowie der Bedarf mehrerer Musikschulen nach Lehrkräften im Fachbereich Klavier und Gesang, mit Berufserfahrung und die Möglichkeit wieder selber als ausübende Musikerin aktiv zu sein. Sicherlich fragen Sie sich jetzt, wo ist der Unterschied zur vorherigen Tätigkeit? “Nur” als Pädagoge oder aber auch als Musiker aktiv tätig zu sein, stellt für mich einen großen Unterschied dar. Ich glaube, nur wenn ich selber auch als Musikerin aktiv bin, kann ich mich weiterentwickeln und dazulernen – und nur dann kann ich auch eine gute Pädagogin sein.

War Ihnen das vorher in Dresden nicht möglich?

V.M.: Nur in sehr begrenztem Umfang, da die vorherige Arbeitsstelle hauptsächlich pädagogische Anforderungen an mich stellte und kaum Spielraum für variable musikalische Aktivitäten lies. Ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt, eine tolle Zusammenarbeit mit Kollegen und Kolleginnen erfahren dürfen, doch nach so langer Zeit ( insgesamt fast 9 Jahre), wurde es Zeit für eine Veränderung.

Warum gerade Köln?

V.M.: Köln ist meine Geburtsstadt und zudem ein kulturell sehr aktiver und lebendiger Ort!

Sie haben ja nicht nur Gesang studiert…..?

V.M.: ……..sondern davor in Bayreuth Kirchenmusik und parallel dazu Klavierpädagogik ( staatliche Musiklehrerprüfung für Klavier 2002, B-Kantoren-Diplom als Kirchenmusikerin 2003), das Gesangspädagogikdiplom kam “erst” 2008 in Dresden hinzu.

Vielen Dank für den Einblick in Ihr Leben! Würden Sie denn jedem begeisterten Menschen empfehlen die Musik zum Beruf zu machen?

V.M.: Das ist nicht das erste Mal, dass ich das gefragt werde. Ich kann nur jedem sagen: Nimm die Musik zum Beruf, wenn Du Dir nichts Schöneres im Leben vorstellen kannst und Dir bewusst bist, dass Du dafür möglicherweise  auf ein sicheres, regelmäßiges Einkommen verzichten musst und arbeitsintensive Arbeitszeiten hast wenn Andere Freizeit oder gar Ferien haben. Wenn Du dazu bereit bist: herzlich willkommen in der Riege der Berufsmusiker! :-)

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